Tödliche Freundschaft

Zuerst   haben   die   Menschen      sich   den   Wölfen   angeschlossen   und   in gemeinsamer    Entwicklung    sind    aus   Wölfen    Hunde    und    aus    Großen Menschenaffen Menschen geworden. Die   Tiere   sind   unser   Schlüssel   zur   Zivilisation,   unser   Eingang   in   die Kulturentwicklung,    unsere    Partner    bei    der    größten    Revolution    der bisherigen   Menschheits ge schich te   –   der   Revolution   des   Neolithikums, der   Jungsteinzeit,   in   der   wir   von   Jägern   und   Sammlern   zu   sesshaften Bauern wurden. Den Tieren   allerdings,   die   wir   zu   Haus-   und   Nutz tieren   gemacht   haben und   die   sich   dazu   machen   ließen,   ist   das   nicht   gut   bekommen. Vor   allem in   der   letzten   Zeit   -    seit   der   Industrialisierung   der   Land wirt schaft   -   haben wir millionenfaches Leid über die Tiere gebracht.

Mensch und Tier -

eine Kulturgeschichte

Es    hilft    übrigens    den    Tieren    in    der    industriellen Intensivhaltung    nicht,   wenn   sich   mehr   Menschen vegan   ernähren.   Sich   abzuwenden   von   den   Tie ren, kann   das   eigene   Gewissen   beruhigen.   Man   glaubt, nicht   mehr   beteiligt   zu   sein   an   der   indus trialisierten Tierhaltung.   Den   Tieren   hilft   dage gen   nur   Hinwen - dung    und    Handeln:    Andere    Tier haltungs formen aktiv    unterstützen!    Wer    die    Mensch heit    gänzlich von    »ihren«    Tieren    trennen    will,    be en det    un sere Kultur geschichte;    und    ganz    nebenbei    auch    das Leben   von   Milliarden   von   Tieren,   und   auch   von Millionen   von   Menschen,   die   ohne   die   Hilfe   der Tiere nicht zu ernähren sind.    Siehe Welternährung

Vegan als Ausweg?

Ja, so herum! Nicht der Mensch hat den Wolf domestiziert, sondern er hat sich dem Wolf angeschlossen.
Damit müssen wir Schluss machen! Das sind wir »unseren« Tieren schuldig. Wir dürfen sie nicht den industrialisierten Produktions- systeme anzupassen versuchen. Das hält auf Dauer kein Tier aus - und die tierischen Produkte, die so entstehen, wahrscheinlich auch kein Mensch. Wir müssen uns (wieder) an den Bedürfnissen der Tiere orientieren.
Foto: Abhisit Vejjajiva
   Siehe die Seite zu unserem »Gefährtentier« Hund
Die     Industrialisierung     ist     sehr     spät     über     die Landwirt schaft      gekommen.      Die      mit      Dampf betriebene     Schlepper     und     Pflüge     waren     nicht alltagstauglich    und    zu    teuer.    Es    musste    erst    der dieselgetriebene   leichte   Schlepper   entwickelt   und bezahlbar   sein,   um   die   Pferde   und   die   Ochsen   zu ersetzen.    Und    erst    die    Zapfwelle    am    Schlepper machte   ihn   zum   vielseitig   einsetzbaren   Trak tor,   der mehr   als   ziehen   konnte.   Der   industrielle   Struk tur - bruch    erreichte    die    Landwirtschaft    so    erst    nach dem      Zweiten      Weltkrieg.      Sie      wurde      vom bäuerlichen    Hand werk    zumindest    teilweise    zur Industrie    -     über    zweihun dert    Jahre    nachdem    die Industrielle   Revolu tion   in   Eng land   begonnen   hatte. Und   erst   mit   der   Entwicklung   der   Landmaschinen - indus trie   setzte   auch   die   Intensiv tier haltung   richtig ein. Aber   auch   sechzig   Jahre   später   ist   der   industrielle Strukturbruch       in       der       Landwirtschaft       nicht vollständig.   Es   gibt   noch   zehntausende   bäuerliche Betriebe,   die      ihrer   Struktur   nach   aber   immer   noch weit   von   Indus trie   entfernt   sind.   Der   Weg   zurück ist     also     immer     noch     offen,     die     bäuerliche Landwirtschaft    ist    der    Industrie    noch    nicht    ganz gewichen.   Und   auch   die   Nutztiere   sind   noch   nicht überall       zu       industriellen       Produktions mitteln gemacht   worden.   Es   kann   auch   für   sie   noch   ein     Leben außerhalb der Tierfabriken geben.

Industrielandwirtschaft

Da   »Massentier hal tung«   ein   Kampfbegriff   ist,   sage   ich   In ten siv - tierhaltung.   Es   ist   keine   Frage   der   Menge,   ob   es   Tieren   gut   geht, sondern   eine   der   Bedürfnisse   und   der   Haltung.   Rentierherden von   hundert tausen den   Tieren   waren   früher   keine   Seltenheit   und wer   den   Zug   der   Herden   von   der   Serengeti   in   die   Masai   Mara gesehen hat, der weiß, was eine Masse von Tieren ist.
Wir   Menschen   sind   nichts   ohne   » unsere «   Tiere   -   die   Haustiere,   die Nutztiere,   die   Heimtiere.   Ohne   die   Tiere,   denen   wir   uns   angeschlossen haben    oder    die    wir    zu    uns    geholt    haben,    wären    wir    niemals    das geworden,   was   wir   heute   unter   unserem   Menschsein   verstehen.   Wir wären     ohne     ihre     Hilfe     nicht     in     der     Lage     gewesen,     komplexe Gesellschaften   zu   bilden.   Wenn   wir   keine   Haustiere   und   keine   Nutztiere hätten,   würden   wir   wohl   noch   immer   in   kleinen   Gruppen   durch   die Steppen und Wälder ziehen.
Massentierhaltung?
Was uns Menschen von vielen anderen Tieren unter- scheidet, ist unsere Abhängigkeit von einigen anderen Tierarten. Es gibt auch andere Lebewesen, die sich Haustiere halten, Ameisen zum Beispiel; sie können zumeist aber auch ohne ihre Nutztiere leben. Wir Menschen können das nicht. Wir können uns vegan ernähren, ohne tierische Produkte direkt zu nutzen. Ohne die Hilfe von Tieren ist aber auch das nicht möglich. Die Bienen bestäuben auch die Nutzpflanzen, die von Veganern gegessen werden. Regenwürmer sind die wichtigsten Helfer bei der Kompostierung von Pflanzenresten, die in einer veganen Landwirtschaft dringend gebraucht werden. Was übrigens nur auf sehr guten Böden in nicht allzu vielen Weltregionen gut funktioniert. Bienen und Kompostwürmer werden als Nutztiere gezüchtet. Und ohne die Zucht gibt es zu wenige von ihnen, um unsere Ernährung zu sichern. Die Honigbiene ist im übrigen nur noch in menschlicher Obhut überlebens- fähig. Über zwei Drittel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Erde sind Grasland. Dieses Land können wir zur Nahrungsmittelproduktion nur nutzen, wenn wir uns der Wiederkäuer bedienen. Ohne die Ziegen, Schafe und Rinder würden sehr viele Menschen verhungern. Wir können das Grasland auch nicht in Ackerflächen umbrechen; dazu fehlt in vielen Regionen schlicht das Wasser. Außerdem würde das Umbrechen des Graslandes ungeheure Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid freisetzen.
Foto: Bjørn Christian Tørrissen
Zwanzig Prozent der Nahrungsenergie, die wir Menschen verbrauchen, benötigt das Gehirn, obwohl es bei Erwachsenen nur zwei Prozent der Körpermasse ausmacht. Kleinkinder brauchen sogar bis zur Hälfte der Energie für die Ernährung und das Wachstum des Gehirns. Schon früh in der Evolution des Menschen war es einer Mutter allein nicht mehr möglich, die für die Energiezufuhr ihres Neugeborenen nötige Menge an Nahrungsmitteln zu beschaffen. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Das ist eine sehr alte Erfahrung der Menschen. Sie mussten sich zusammenschließen, um ihre Kinder aufzuziehen. Und sie mussten lernen, sich neu zu organisieren, sozial und solidarisch. Sie mussten lernen, dass die Gemeinschaft mehr ist, als die Summe ihrer Teile. Das haben die Großen Menschenaffen, zu denen auch wir gehören, aber nicht in den Genen stecken, im Gegenteil. Das mussten die Menschen von anderen Tieren lernen. Und der perfekte Lehrmeister dafür war der Wolf, der im Zusammenleben mit uns zum Hund geworden ist.    Siehe das Stichwort Hund

Welternährung

Sozialgeschichte

Die Industriealisierung hat die Tiere, auf deren Rücken wir unsere Kultur aufgebaut haben, aus unserem Alltag entfernt. Sie sind zu Produktionsmitteln einer Industrie degradiert und dadurch in eine technische Sphäre transferiert. Die Nutztiere, von denen es noch nie in der Geschichte der Menschheit so viele gegeben hat wie heute, sind gleichzeitig mit ihrer Vermehrung aus unserem Blickfeld verschwunden. Selbst wenn wir übers Land fahren, sind kaum noch Nutztiere zu sehen, vor allem in den Regionen, in denen die intensivste Landwirtschaft betrieben wird und die meisten Tiere gehalten werden. Das aber eben nicht mehr draußen. Nach den Hühnern und den Schweinen und den Mastbullen, sind nun auch die Kühe dabei, in Großställen zu verschwinden. Bestenfalls die Färsen dürfen noch raus, maximal bis zum ersten Kalb.

Entfremdung

Bauern oder Agrarindustrie
Das Tier begegnet uns meist nur noch als Ver- packung. Hier mit Nationalfarben. Die uns Verbrauchern was signalisieren sollen? Bad in Germany?
Nutztierhaltung: Ameise beim Ernten von Honigtau einer Blattlauskolonie.
Grasland bedeckt einen Großteil der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Erde. Zum Teil ist es Urgrasland, zum Teil von Menschen geschaffenes Kulturland. Auch in Deutschland sind, trotz zunehmenden Umbruchs von Gras- in Ackerland (z. B.  für den Maisanbau) noch immer 28 Prozent der Landwirtschaftsfläche Dauergrünland.
Foto: Davidl
Foto: Togzhan Ibrayeva
Am Anfang: Der Tanz mit dem Wolf
Geniales Marketing: Mit 20 Pferdestärken gegen die üblichen zwei, aber der Trecker heißt noch wie die Pferde, die die Bauern gewöhnt waren.
Die Agrarindustrie räumt die Tiere aus unserem Blickfeld
Genauerer Blick: Ohne die Tiere geht es nicht
Der Mensch - ein Gemeinschaftswesen der Ernährung

Tödliche Freundschaft

Mensch und Tier -

eine Kulturgeschichte

Es   hilft   übrigens   den   Tieren   in   der   industriellen   Intensivhaltung    nicht, wenn   sich   mehr   Menschen   vegan   ernähren.   Sich   abzuwenden   von   den Tie ren,   kann   das   eigene   Gewissen   beruhigen.   Man   glaubt,   nicht   mehr beteiligt   zu   sein   an   der   indus trialisierten   Tierhaltung.   Den   Tieren   hilft dage gen    nur    Hinwen dung    und    Handeln:    Andere    Tier haltungs formen aktiv    unterstützen!    Wer    die    Mensch heit    gänzlich    von    »ihren«    Tieren trennen   will,   be en det   un sere   Kultur geschichte;   und   ganz   nebenbei   auch das    Leben    von    Milliarden    von    Tieren,    und    auch    von    Millionen    von Menschen, die ohne die Hilfe der Tiere nicht zu ernähren sind.    Siehe Welternährung

Vegan als Ausweg?

Ja, so herum! Nicht der Mensch hat den Wolf domestiziert, sondern er hat sich dem Wolf angeschlossen.
Damit müssen wir Schluss machen! Das sind wir »unseren« Tieren schuldig. Wir dürfen sie nicht den industrialisierten Produktionssysteme anzupassen ver- suchen. Das hält auf Dauer kein Tier aus - und die tierischen Produkte, die so entstehen, wahrscheinlich auch kein Mensch. Wir müssen uns (wieder) an den Bedürfnissen der Tiere orientieren.
Foto: Abhisit Vejjajiva
   Siehe die Seite zu unserem »Gefährtentier« Hund
Die   Industrialisierung   ist   sehr   spät   über   die Landwirt schaft   gekommen.   Die   mit   Dampf betriebene   Schlepper   und   Pflüge   waren   nicht alltagstauglich   und   zu   teuer.   Es   musste   erst der      dieselgetriebene      leichte      Schlepper entwickelt   und   bezahlbar   sein,   um   die   Pferde und   die   Ochsen   zu   ersetzen.   Und   erst   die Zapfwelle    am    Schlepper    machte    ihn    zum vielseitig   einsetzbaren   Trak tor,   der   mehr   als ziehen    konnte.    Der    industrielle    Struk tur - bruch    erreichte    die    Landwirtschaft    so    erst nach    dem    Zweiten    Weltkrieg.    Sie    wurde vom      bäuerlichen      Hand werk      zumindest teilweise    zur    Industrie    -     über    zweihun dert Jahre   nachdem   die   Industrielle   Revolu tion   in Eng land   begonnen   hatte.   Und   erst   mit   der Entwicklung     der     Landmaschinen indus trie setzte    auch    die    Intensiv tier haltung    richtig ein. Aber    auch    sechzig    Jahre    später    ist    der industrielle         Strukturbruch         in         der Landwirtschaft    nicht    vollständig.    Es    gibt noch   zehntausende   bäuerliche   Betriebe,   die   ihrer    Struktur    nach    aber    immer    noch    weit von   Indus trie   entfernt   sind.   Der   Weg   zurück ist    also    immer    noch    offen,    die    bäuerliche Landwirtschaft   ist   der   Industrie   noch   nicht ganz   gewichen.   Und   auch   die   Nutztiere   sind noch       nicht       überall       zu       industriellen Produktions mitteln     gemacht     worden.     Es kann   auch   für   sie   noch   ein      Leben   außerhalb der Tierfabriken geben.

Industrielandwirtschaft

Da   »Massentier hal tung«   ein   Kampfbegriff   ist,   sage   ich   In ten siv - tierhaltung.   Es   ist   keine   Frage   der   Menge,   ob   es   Tieren   gut   geht, sondern   eine   der   Bedürfnisse   und   der   Haltung.   Rentierherden von   hundert tausen den   Tieren   waren   früher   keine   Seltenheit   und wer   den   Zug   der   Herden   von   der   Serengeti   in   die   Masai   Mara gesehen hat, der weiß, was eine Masse von Tieren ist.
Wir   Menschen   sind   nichts   ohne   » unsere «   Tiere   - die   Haustiere,   die   Nutztiere,   die   Heimtiere.   Ohne die   Tiere,   denen   wir   uns   angeschlossen   haben   oder die   wir   zu   uns   geholt   haben,   wären   wir   niemals   das geworden,      was      wir      heute      unter      unserem Menschsein   verstehen.   Wir   wären   ohne   ihre   Hilfe nicht       in       der       Lage       gewesen,       komplexe Gesellschaften      zu      bilden.      Wenn      wir      keine Haustiere   und   keine   Nutztiere   hätten,   würden   wir wohl   noch   immer   in   kleinen   Gruppen   durch   die Steppen und Wälder ziehen.
Massentierhaltung?
Was uns Menschen von vielen anderen Tieren unterscheidet, ist unsere Abhängigkeit von einigen anderen Tierarten. Es gibt auch andere Lebewesen, die sich Haustiere halten, Ameisen zum Beispiel; sie können zumeist aber auch ohne ihre Nutztiere leben. Wir Menschen können das nicht. Wir können uns vegan ernähren, ohne tierische Produkte direkt zu nutzen. Ohne die Hilfe von Tieren ist aber auch das nicht möglich. Die Bienen bestäuben auch die Nutzpflanzen, die von Veganern gegessen werden. Regenwürmer sind die wichtigsten Helfer bei der Kompostierung von Pflanzenresten, die in einer veganen Landwirtschaft dringend gebraucht werden. Was übrigens nur auf sehr guten Böden in nicht allzu vielen Weltregionen gut funktioniert. Bienen und Kompostwürmer werden als Nutztiere gezüchtet. Und ohne die Zucht gibt es zu wenige von ihnen, um unsere Ernährung zu sichern. Die Honigbiene ist im übrigen nur noch in menschlicher Obhut überlebens- fähig. Über zwei Drittel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Erde sind Grasland. Dieses Land können wir zur Nahrungsmittelproduktion nur nutzen, wenn wir uns der Wiederkäuer bedienen. Ohne die Ziegen, Schafe und Rinder würden sehr viele Menschen verhungern. Wir können das Grasland auch nicht in Ackerflächen umbrechen; dazu fehlt in vielen Regionen schlicht das Wasser. Außerdem würde das Umbrechen des Graslandes ungeheure Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid freisetzen.
Foto: Bjørn Christian Tørrissen
Zwanzig Prozent der Nahrungsenergie, die wir Menschen verbrauchen, benötigt das Gehirn, obwohl es bei Erwachsenen nur zwei Prozent der Körpermasse ausmacht. Kleinkinder brauchen sogar bis zur Hälfte der Energie für die Ernährung und das Wachstum des Gehirns. Schon früh in der Evolution des Menschen war es einer Mutter allein nicht mehr möglich, die für die Energiezufuhr ihres Neugeborenen nötige Menge an Nahrungsmitteln zu beschaffen. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Das ist eine sehr alte Erfahrung der Menschen. Sie mussten sich zusammenschließen, um ihre Kinder aufzuziehen. Und sie mussten lernen, sich neu zu organisieren, sozial und solidarisch. Sie mussten lernen, dass die Gemeinschaft mehr ist, als die Summe ihrer Teile. Das haben die Großen Menschenaffen, zu denen auch wir gehören, aber nicht in den Genen stecken, im Gegenteil. Das mussten die Menschen von anderen Tieren lernen. Und der perfekte Lehrmeister dafür war der Wolf, der im Zusammenleben mit uns zum Hund geworden ist.    Siehe das Stichwort Hund

Welternährung

Sozialgeschichte

Die Industriealisierung hat die Tiere, auf deren Rücken wir unsere Kultur aufgebaut haben, aus unserem Alltag entfernt. Sie sind zu Produktionsmitteln einer Industrie degradiert und dadurch in eine technische Sphäre transferiert. Die Nutztiere, von denen es noch nie in der Geschichte der Menschheit so viele gegeben hat wie heute, sind gleichzeitig mit ihrer Vermehrung aus unserem Blickfeld verschwunden. Selbst wenn wir übers Land fahren, sind kaum noch Nutztiere zu sehen, vor allem in den Regionen, in denen die intensivste Landwirtschaft betrieben wird und die meisten Tiere gehalten werden. Das aber eben nicht mehr draußen. Nach den Hühnern und den Schweinen und den Mastbullen, sind nun auch die Kühe dabei, in Großställen zu verschwinden. Bestenfalls die Färsen dürfen noch raus, maximal bis zum ersten Kalb.

Entfremdung

Bauern oder Agrarindustrie
Das Tier begegnet uns meist nur noch als Ver- packung. Hier mit Nationalfarben. Die uns Verbrauchern was signalisieren sollen? Bad in Germany?
Grasland bedeckt einen Großteil der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Erde. Zum Teil ist es Urgrasland, zum Teil von Menschen geschaffenes Kulturland. Auch in Deutschland sind, trotz zunehmenden Umbruchs von Gras- in Ackerland (z. B.  für den Maisanbau) noch immer 28 Prozent der Landwirtschaftsfläche Dauergrünland.
Foto: Togzhan Ibrayeva
Am Anfang: Der Tanz mit dem Wolf
Geniales Marketing: Mit 20 Pferdestärken gegen die üblichen zwei, aber der Trecker heißt noch wie die Pferde, die die Bauern gewöhnt waren.
Die Agrarindustrie räumt die Tiere aus unserem Blickfeld
Genauerer Blick: Ohne die Tiere geht es nicht
Der Mensch - ein Gemeinschaftswesen der Ernährung
Die   Tiere   sind   unser   Schlüssel   zur   Zivilisation,   unser   Eingang   in   die Kulturentwicklung,    unsere    Partner    bei    der    größten    Revolution    der bisherigen   Menschheits ge schich te   –   der   Revolution   des   Neolithikums, der   Jungsteinzeit,   in   der   wir   von   Jägern   und   Sammlern   zu   sesshaften Bauern wurden. Den   Tieren   allerdings,   die   wir   zu   Haus-   und   Nutz tieren   gemacht   haben und   die   sich   dazu   machen   ließen,   ist   das   nicht   gut   bekommen.   Vor   allem in   der   letzten   Zeit   -    seit   der   Industrialisierung   der   Land wirt schaft   -    haben wir millionenfaches Leid über die Tiere gebracht.
Grasland
Zuerst    haben    die    Menschen        sich    den    Wölfen angeschlossen    und    in    gemeinsamer    Entwicklung sind      aus     Wölfen      Hunde      und      aus      Großen Menschenaffen Menschen geworden.